DFB Pokal 2018/2019

Achtelfinale

 

Pokal

Das DFB-Pokal-Achtelfinale wird am Sonntag, 4. November, ab 18 Uhr ausgelost. Die Ziehung ist live in der ARD-Sportschau zu sehen. Ausgetragen wird diese Runde am 5. und 6. Februar 2019.


2. Runde BVB - Union Berlin 3:2

 

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Elfmeter, 121. Minute: Reus mit Nerven wie Drahtseile.

Borussia Dortmund hat zum siebten Mal in Serie das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Die Schwarzgelben setzten sich gegen den Zweitligisten Union Berlin mit 3:2 (2:2, 1:0) nach Verlängerung durch.

Vor 72.732 Zuschauern im Signal Iduna Park war Union im ersten Durchgang gefährlicher als der BVB, der jedoch durch ein Abstaubertor von Pulisic (40.) in Führung ging. In einer Phase, als Borussia dem zweiten Tor sehr nah war, fiel der Ausgleich durch Polter (63.). Doch nur zehn Minuten später vollendete Philipp einen feinen Angriff mit 2:1, der jedoch nicht zum Sieg nach 90 Minuten reichte: Polter egalisierte erneut (88.). In der 121. Minute – wie schon beim Erstrundenspiel in Fürth – traf Reus zum Sieg, diesmal zum 3:2, diesmal per Elfmeter.

Ausgangslage: Von den beiden einzigen im deutschen Profifußball noch ungeschlagenen Mannschaften musste eine in der Neuauflage des Pokal-Duells von 2016/17, in dem sich der BVB am Ende glücklich im Elfmeterschießen durchgesetzt hatte, ihren Nimbus einbüßen. Der BVB traf zum siebten Mal im DFB-Pokal auf einen Klub aus der Hauptstadt und hatte sich stets durchgesetzt, Union war in den vergangenen zehn Jahren nur einmal über die zweite Runde hinausgekommen.

Personalien: Alcácer (Bank) war zurück im Kader, stattdessen aber fehlten neben Akanji, Schmelzer und Toljan auch Piszczek (Knie), Delaney (Prellung) und Götze (Infekt). Im vierten von sieben Spielen binnen drei Wochen nahm Favre gegenüber dem vorangegangenen 2:2 gegen Hertha BSC am Samstag in der Liga sieben Wechsel vor: Hitz, Toprak, Weigl, Pulisic, Kagawa, Wolf und Philipp begannen anstelle von Bürki, Witsel, Sancho, Reus, Guerreiro (alle Bank) sowie Piszczek und Götze.

Taktik: Defensiv in einem 4-4-2 mit Kagawa vorn neben Philipp und dann zwei Viererketten, offensiv im 4-2-3-1 gingen die Schwarzgelben zu Werke. Union agierte sehr variabel aus einer 4-1-4-1-Grundordnung.

Spielverlauf & Analyse: Beide Mannschaften strahlten in der ersten Halbzeit Torgefahr zunächst nur nach Standardsituationen aus. Philipp zwang Union-Keeper Gikiewicz nach einer Ecke mit einem Kopfball zu einer Parade, auf der anderen Seite war Hitz gleich dreimal gefordert: bei Zuljs Freistoß (22.), bei Lenz‘ 18-Meter-Schuss nach abgewehrtem Eckball, den er stark über den Querbalken lenkte, und bei Hübners Kopfball bei der anschließenden Ecke (26.). Das Dortmunder Aufbau- und Angriffsspiel litt unter einigen Ungenauigkeiten, die aufgrund der zahlreichen Umstellungen und der daher fehlenden Automatismen erklärbar waren. Zudem musste Borussia früh wechseln: Diallo, der auf den Leistenbereich zeigte, verließ schon nach elf Minuten den Rasen. Guerreiro kam.

Erst nach gut einer Stunde kam der BVB besser ins Spiel und bejubelte noch vor der Pause das 1:0 durch Pulisic: Flanke Dahoud von der linken Seite, Kopfball Kagawa am Fünfmeterraum, Parade Gikiewicz (der die Kugel tatsächlich noch am Überschreiten der Linie hinderte) – doch dann setzte Pulisic entschlossen nach (40.). Auf der anderen Seite traf Redondo mit einem fulminanten 16-Meter-Krache die Latte (42.).

Guerreiro hatte in der 53. Minute die Chance, den Vorsprung auszubauen, verzog aber im Strafraum. Nicht nur der Zwischenstand, auch die Zahlen sprachen nach einer Stunde für die Borussen: 15:4 Torschüsse, jeweils 60% Ballbesitz und Zweikampfgewinn. Dortmund agierte längst flüssiger und zielstrebiger – und haderte in der 62. Minute, als Hübner Hakimi im Strafraum auflaufen ließ, ohne an den Ball zu kommen. Das hätte mindestens einen indirekten Freistoß (Sperren ohne Ball) nach sich ziehen müssen. Stattdessen fiel auf der Gegenseite das 1:1. Lenz fand Zulj vor dem Strafraum, der durchsteckte für den kurz zuvor eingewechselten Polter, der wiederum die Kugel mit ausgestrecktem Bein ins Netz bugsierte (63).

Philipps Treffer zum 2:1 herrlich herausgespielt Bevor von der hochkarätig besetzten Bank (Bürki, Sancho, Alcácer, Reus, Witsel, Bruun Larsen) der Kapitän ins Spiel kommen sollte, ging Borussia mit einem herrlichen Angriff erneut in Führung: Zagadou fing per Kopf einen Abstoß ab, und dann ging es schnell. Zu schnell für den Gegner: Wolf zu Kagawa, Kagawa zu Philipp, und der hatte nach Doppelpass mit Pulisic freie Bahn, jagte den Ball aus halbrechter Position zum 2:1 ins Netz (73.). Zehn Minuten später verhinderte Gikiewicz mit einer Glanzparade das 1:3 – und damit Philipps Doppelpack nach einem herzhaften 20-Meter-Schuss. Doch Schwarzgelb brachte den Vorsprung nicht ins Ziel: Nach Hitz‘ Abwurf verlor Wolf ein Kopfballduell, und Polter verwandelte Zuljs Flanke zum 2:2 (88.).

Mit einer phänomenalen Abwehr verhinderte Hitz gegen Hedlund in der Verlängerung das 2:3 (96.). Auch wenn der BVB nach Torschüssen weiterhin deutlich vorne lag (18:12) – die klareren Chancen hatten bis dahin weiterhin die Gäste (8:5). Andererseits traf Toprak nach einem Reus-Freistoß den Pfosten (110.). Zwei Minuten vor dem Ende hielt Friedrich den einschussbereiten Pulisic fest – Elfmeter! Nach zahlreichen Mätzchen der Gäste dauerte es drei Minuten, bis der Strafstoß ausgeführt werden konnte. Reus hatte Nerven wie Drahtseile und verwandelte zum 3:2 (120.+1).

Ausblick: Am Samstag tritt der BVB im Kampf um Bundesliga-Punkte beim VfL Wolfsburg an. Anstoß ist um 15.30 Uhr.

Teams & Tore Borussia Dortmund: Hitz– Hakimi, Toprak, Zagadou, Diallo (11. Guerreiro) – Weigl, Dahoud (86. Witsel) – Pulisic, Kagawa (79. Reus), Wolf (91. Sancho) – Philipp Union Berlin: Gikiewicz – Trimmel, Friedrich, Hübner, Lenz (106. Reichel) – Schmiedebach – Hartel (75. Hedlund), Prömel, Zulj, Redondo (61. Abdullahi) – Andersson (61. Polter) Bank: Bürki, Alcácer, Bruun Larsen – Busk, Gogia, Parensen

Tore: 1:0 Pulisic (40., Kagawa), 1:1 Polter (63., Zulj), 2:1 Philipp (73., Pulisic), 2:2 Polter (88., Zulj), 3:2 Reus (120.+1, Foulelfmeter, Friedrich an Pulisic) Eckstöße: 11:5 (Halbzeit 4:2, nach 90 Minuten 8:4), Chancenverhältnis: 9:8 (2:4, 5:7) Schiedsrichter: Winkmann (Kerken), Gelb-Rote Karte: Friedrich (119., wiederholtes Foulspiel), Gelbe Karten: Hakimi, Witsel – Abdullahi, Hübner Zuschauer: 72.732, Wetter: bedeckt, 10 Grad

Quelle: BVB,de / Bericht: Boris Rupert

1. Runde DFB-Pokal: BVB gegen Greuther Fürth - Witsel erzwingt Verlängerung, Reus mit dem Lucky-Punch

 

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Borussia Dortmund hat die zweite Hauptrunde im DFB-Pokal erreicht. Der Champions-League-Teilnehmer setzte sich beim Zweitligisten SpVgg. Greuther Fürth in einer dramatischen Partie mit 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung durch.

15.500 Zuschauer im ausverkauften Sportpark Ronhof sahen ein intensives, spannendes und attraktives Pokalduell mit einem klaren Chancenplus für den BVB in der ersten Halbzeit, einer starken Phase der Spielvereinigung direkt nach dem Seitenwechsel, einem dann überraschenden 1:0 für Fürth durch Ernst in der 77. Minute und Witsels Ausgleich in der fünften Minute der Nachspielzeit. In der Verlängerung gab es dann das zweite Last-Minute-Tor, wieder für Dortmund: Reus schoss den BVB in die 2. Runde.

Ausgangslage:

Zum fünften Mal schon führte das Los den BVB im DFB-Pokal nach Franken. Dreimal setzten sich die Schwarzgelben durch (1974, 1997 und zuletzt 2012 im Halbfinale), ein Duell ging an die Spielvereinigung (1990). Gastgeber Fürth befand sich schon seit zwei Wochen im Wettkampfmodus, fuhr an den ersten beiden Spieltagen der zweiten Fußball-Bundesliga vier Punkte ein.
Personalien: Lucien Favre hatte mit Ausnahme von Weigl (Trainingsrückstand) und Bruun Larsen (Fußverletzung) freie Auswahl, durfte indes nur 18 Spieler nominieren, sodass es zu „Härtefällen“ kam. In der Startelf entschied sich der Schweizer nach Bruun Larsens Ausfall für Wolf. Ansonsten lief die gleiche Elf auf wie bei der „Generalprobe“ gegen Lazio Rom (1:0).

Taktik:

Beide Mannschaften agierten in einer 4-2-3-1-Grundordnung, die beim BVB dann zu einem 4-4-2 wurde, wenn sich Götze neben, teilweise auch vor Reus postierte. Mit Flexibilität auf den Flügeln – Wolf und Pulisic tauschten häufig die Seiten – versuchten die Gäste, Lücken in die gegnerische Abwehr zu reißen. Fürth verteidigte mit Leidenschaft. Die Abstände zwischen Abwehr und Mittelfeld waren gering, so dass sich für den BVB selten Lücken auftaten. Und wenn sich die Möglichkeit ergab, nach vorne zu spielen, dann nahmen die Kleeblätter diese auch wahr. Omladic verschob sich dann aus der Doppelsechs in eine offensive Halbposition, und Außenverteidiger Hilbert schob die Aktionen von hinten an.

Spielverlauf & Analyse:

Zwischen der zehnten und zwanzigsten Minute gestalteten die Hausherren das Spiel richtig offen. Eine Dreifach-Chance für den BVB, als Schmelzer links im Strafraum der Ball vor die Füße gefallen war, ein Abwehrbein den Schuss aber blocken konnte und auch Nachschüsse von Reus und Dahoud im Geflecht hängen geblieben waren (8.), leitete die stärkste Phase der Fürther im ersten Durchgang ein. Da hatte Borussia Probleme, fand aber schnell Lösungen und zurück ins Spiel.
Nach Wolfs Balleroberung auf dem rechten Flügel und Flankenwechsel auf links zu Pulisic hatte Reus aus zehn Metern freie Bahn, doch Keeper Burchert klärte überragend (23.). Auch der nächste Versuch des Kapitäns, diesmal von der halbrechten Seite nach Schmelzer-Flanke, ging nicht ins Tor, sondern knapp vorbei (27.). Nach gut einer halben Stunde jagte Reus einen Freistoß aus knapp 30 Metern aufs Gehäuse – Burchert riss den linken Arm hoch, klärte zur Ecke. Und in der 44. Minute war es Delaney, der aus 14 Meter abzog, aber auch verzog.

Schon zur Pause ein klares Chancen-Plus Auch wenn es keine glänzende erste Hälfte der Borussen war, war Fürth mit dem 0:0 zur Pause gut bedient. Die einzige echte Torchance für die Gastgeber gab es in Minute 35: Witteks Distanzschuss ging knapp drüber. Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs hielt Fürth mit Herz und Leidenschaft dagegen. Der eingewechselte Mohr hatte früh das 1:0 auf dem Fuß, doch Schmelzer klärte (48.). Erst nach einer Stunde wieder ein starker Dortmunder Angriff: Götze eroberte den Ball vor dem eigenen Sechzehner, über Schmelzer kam der Ball wieder zu Götze, dessen Schuss im gegenüberliegenden Sechzehner geblockt wurde. Die Szene blieb heiß. Pulisic‘ Schuss knallte an den linken Pfosten.
Kurz darauf war Schluss für Götze. Philipp kam und rückte in die Spitze. Der zweite Wechsel: Witsel für Delaney, als noch 17 Minuten zu spielen waren. Borussia drückte, schnürte die Fürther ein. Riesenchance für Reus, der frei vor Burchert auftauchte, doch der Torwart rettete mit einem Riesenreflex zur Ecke (75.).
In dieser Phase, als beim Gegner auch die Kräfte zu schwinden schienen, führte ein Konter zum 1:0. Mohr flankte von links lang an den zweiten Pfosten, Keita-Ruel legte mit dem Kopf quer, und Ernst drückte die Kugel aus vier Metern freistehend über die Linie (77.). Nachdem Schüsse von Sancho (82.) und Schmelzer (90.+4) zur Ecke abgefälscht worden waren, führte der letzte Angriff doch noch zum Ausgleich: Reus flankte von links nach innen, plötzlich waren zwei Dortmunder frei, und Witsel drückte den Ball in der fünften Minute der Nachspielzeit zum 1:1 über die Linie.

Verlängerung: Bürki mit Riesentaten, Reus trifft In der 103. Minute verhinderte Bürki zunächst mit einer Klasse-Tat gegen Abouchabaka, dann gegen den allein auf ihn zulaufenden Reese das mögliche zweite Fürther Tor (113.), auf der anderen Seite bekam Philipp nicht genug Druck hinter den Ball bei seinem Versuch aus acht Metern halbrechter Position (107.), später verfehlte sein Kopfball nach Reus-Freistoß knapp das Ziel (117.).
In der 120. Minute fasste sich Sancho nochmal ein Herz, dribbelte sich über die rechte Seite in den Strafraum, passte nach innen, und Reus versenkte die Kugel zum 2:1 im Netz.
Ausblick: Die Paarungen der zweiten Hauptrunde, die Ende Oktober stattfindet, werden am kommenden Sonntag (ab 18 Uhr, live in der ARD) ausgelost. Zeitgleich tritt der BVB zum Bundesliga-Auftakt im Signal Iduna Park gegen Rasenballsport Leipzig an.

Teams & Tore
Greuther Fürth: Burchert – Hilbert, Maloca, Bauer (90. Magyar), Wittek – Gugganig, Omladic (46. Mohr) – Atanga (70. Reese), Ernst, Green (97. Abouchabaka) – Keita-Ruel
Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Akanji, Diallo, Schmelzer – Delaney (74. Witsel), Dahoud – Wolf (97. Guerreiro), Götze (64. Philipp), Pulisic (78. Sancho) – Reus Bank: Funk, Parker, Raum – Hitz, Hakimi, Toprak
Tore: 1:0 Ernst (77., Keita-Ruel), 1:1 Witsel (90.+5, Reus), 1:2 Reus (120., Sancho) Eckstöße: 5:8 (nach 90 Minuten 3:7, Halbzeit 2:2), Chancenverhältnis: 5:12 (3:10, 1:5) Schiedsrichter: Gräfe (Berlin), Gelbe Karten: Ernst, Maloca – Akanji Zuschauer: 15.500 (ausverkauft), Wetter: sommerlich, 26 Grad

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