BVB International
Champions League 2018/2019

Gruppenphase 1. Spieltag Club Brügge-BVB 0:1

 

Club Brugge

Borussia Dortmund ist mit einem Auswärtssieg in die UEFA Champions League gestartet: Der BVB setzte sich beim belgischen Meister FC Brügge durch ein Tor von Geburtstagskind Christian Pulisic (20) mit 1:0 (0:0) durch.

Vor 25.181 Zuschauern im nicht ausverkauften Jan-Breydel-Stadion war Borussia bis auf eine Phase Mitte der ersten Halbzeit zwar dominant, aber kaum torgefährlich. Die klaren Möglichkeiten lagen lange eindeutig auf Seiten der Gastgeber, auch wenn sie sich in Durchgang zwei weitgehend in der Defensive beschäftigt sahen. Und wieder hatte Favre bei seinem Wechseln ein glückliches Händchen: Pulisic erzielte in der 85. Minute mit großer Unterstützung des Gegners den Siegtreffer.

Ausgangslage: Nach 1987 und 2003 war es das dritte Gastspiel für den BVB in Brügge, und es sollte möglichst der erste Sieg her. „Sie haben die besten Fußballer in Belgien“, äußerte Landsmann Axel Witsel vor der Begegnung: „Aber mit unserer Qualität und diesen Spielern sollten wir am Dienstag gewinnen.“ Brügge trat mit einer Serie von zehn sieglosen Partien in der UEFA Champions League an; der BVB hoffte auf den ersten Auswärtssieg seit sechs Partien.

Personalien: Trainer Lucien Favre musste ohne Delaney (Kniebeschwerden), Alcácer (musk. Probleme),Toprak (Faserriss) sowie Guerreiro (muskuläre Probleme) auskommen und änderte die Startelf gegenüber dem Freitagspiel in der Bundesliga gegen Frankfurt (3:1) auf vier Positionen. Weigl, Witsel, Götze und Sancho kamen für Delaney, Dahoud, Bruun Larsen und Philipp.

Taktik: Wie zuletzt in der Liga gegen Frankfurt spielte der BVB in einer 4-2-3-1-Grundordnung, diesmal mit Weigl und Witsel auf der Doppelsechs. Götze – als zentraler Mann der offensiven Dreierreihe – und der nominell in der Spitze aufgebotene Reus tauschten mehrfach die Rollen. Brügge trat in einem sehr variabel umgesetzten 3-5-2 an mit zwei offensiven Mittelfeldspielern (Vanaken, Vormer) hinter zwei Spitzen. Zudem schalteten sich die Außen Danjuma auf der linken sowie Vlientinck auf der rechten Seite häufig mit ins Angriffsspiel ein. Gegen den Ball war es meist ein 4-4-2 bei den Gastgebern: Während Vlientinck den Abwehrverband zu einer Viererkette erweiterte, war sein Pendant Danjuma eine Reihe davor postiert.

Spielverlauf & Analyse: Borussia wäre nach 13 Sekunden fast der Führungstreffer geglückt: Nachdem Reus einen ungenauen Ball des Torwarts erzwungen hatte, verfehlte Wolf aus 25 Metern das fast leere Tor. Brügge agierte zunächst abwartend, erhöhte ab der 20. Minute die Schlagzahl, was sofort zu Chancen führte: Reus klärte vor dem eigenen Tor Vossens Schuss, anschließend parierte Bürki gegen Danjuma (23.), strich ein weiterer Distanzschuss (Vormer, 24.) nur knapp vorbei. Immerhin steigerte sich Borussia umgehend, kontrollierte in der Folge wieder das Geschehen. Doch bei Denswils Kracher aus der zweiten Reihe fehlte abermals nicht viel (39.). Das 0:0 zur Pause war aus Dortmunder Sicht ein gutes Ergebnis, auch wenn Diallo nach einer halben Stunde nach Piszczeks Kopfballverlängerung nur haarscharf das 0:1 verpasst hatte und Schmelzer eine Flanke von Akanji knapp am Tor vorbeiköpfte (45.).

Viel mehr Struktur in Halbzeit zwei Borussia spielte nach dem Wechsel zwar strukturierter, ließ aber rund um den Strafraum weiterhin Passschärfe und -präzision vermissen, brachte sich defensiv zudem zweimal unnötig in Bedrängnis. Favre reagierte nach einer Stunde zunächst mit der Hereinnahme von Kagawa für Götze, was ebenso positionsgetreu war, wie der Tausch Pulisic/Sancho (69.). Von Brügge kam in dieser Phase offensiv gar nichts mehr, hielt aber hinten die Reihen geschlossen. Piszczek setzte in der 80. Minute Schmelzers Hereingabe knapp am rechten Pfosten vorbei, auf der anderen Seite lief Openda nach einem Fehlpass der Borussen im Aufbau allein auf Bürki zu – der Schweizer parierte stark (83.)!

Im Gegenzug spielte der ebenfalls eingewechselte Dahoud einen Ball in den Strafraum. Mitrovic schoss beim Klärungsversuch Pulisic an, von dessen Bein der Ball zum 0:1 ins Tor sprang! Damit bereitete sich der US-Boy sein schönstes Geburtstagsgeschenk. In der dreiminütigen Nachspielzeit wurde Dahouds Schuss gerade noch zur Ecke abgeblockt (90.+2).

Ausblick: Nächster Gegner in der UEFA Champions League ist am 3. Oktober AS Monaco. In der Bundesliga tritt der BVB am Samstag (15.30 Uhr) bei der TSG Hoffenheim an.

Teams & Tore

FC Brügge: Letica – Poulain, Mitrovic, Denswil – Vlientick (56. Cools), Rits, Danjuma (76. Dennis) – Vormer, Vanaken – Wesley, Vossen (82. Openda)

Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Akanji, Diallo, Schmelzer – Weigl (84. Dahoud), Witsel – Wolf, Götze (62. Kagawa), Sancho (69. Pulisic) – Reus Bank: Horvath, Amrabat, Schrijvers, Mechele – Hitz, Zagadou, Hakimi, Philipp

Tor: 0:1 Pulisic (85., Dahoud) Eckstöße: 4:6 (Halbzeit 3:4), Chancenverhältnis: 5:4 (4:2) Schiedsrichter: Makkelie (Niederlande), Gelbe Karten: – Weigl, Kagawa Zuschauer: etwa 28.500, Wetter: trocken, 19 Grad

Quelle: BVB.de / Bericht: Boris Ruppert

Road to Madrid

 

Die Gruppe A der UEFA Champions League 2018/19 ist für Borussia Dortmund ein Rendezvous mit der eigenen Geschichte. Rein sportlich betrachtet ist es eine ausgewogene, ambitionierte Gruppe.

Atlético Madrid ist auf den ersten Blick der stärkste der drei Gegner. Der UEFA-Koeffizient weist dies mit 140 Punkten aus. Allein Titelverteidiger und Borussia Dortmunds Dauerrivale in der Königsklasse, Real Madrid, ist höher eingestuft im Ranking (162 Punkte) der 32 Teilnehmer an der Gruppenphase. Insgesamt zehn Mal Spanischer Meister (zuletzt 2014) und unter Trainer Diego Simeone zu einem absoluten Top-Team gereift: 2018 gewann die Mannschaft die UEFA Europa League und zudem – als ausdrucksvolles Zeichen der Stärke – den europäischen Supercup gegen den amtierenden Champions-League-Sieger Real Madrid. „Atlético ist eine sehr erfahrene und gut organisierte Mannschaft“, sagt BVB-Trainer Lucien Favre über Spaniens Vizemeister, der 2014 und 2016 im Champions-League-Finale stand (und beide Male auf dramatische Weise gegen Real verlor).

Borussia Dortmund hat gute Erinnerungen an Atlético Madrid. Sowohl 1965/66 als auch 1996/97 waren die Spanier eine Station auf dem Weg zu den beiden Europapokalsiegen. Am 2. März 1966 konnte der BVB als erster deutscher Klub Atlético im internationalen Wettbewerb eine Niederlage beibringen: Am 1. März 1966 siegte er durch ein Tor von Lothar Emmerich mit 1:0 (und gewann später gegen den FC Liverpool den Europapokal der Pokalsieger). Am 16. Oktober 1996 erzielte Stefan Reuter in der Gruppenphase der UEFA Champions League für eine stark ersatzgeschwächte Borussia den 1:0-Siegtreffer im Estadio Vicente Calderon. Am Ende jener Reise stand der 3:1-Triumph über Juventus Turin im Champions-League-Finale 1997.

Die Duelle mit AS Monaco, Frankreichs Vizemeister, sind noch in frischer Erinnerung. Im Frühjahr 2017 schied Borussia Dortmund unter sehr unglücklichen Umständen nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus im Viertelfinale der UEFA Champions aus. Dass diese beiden Begegnungen dem BVB die Niederlagen sieben und acht gegen einen Kontrahenten aus der Ligue 1 bescherten (bei 7 Siegen und 5 Unentschieden) ist nur von statistischer Relevanz. Trotz personellen Aderlasses – unter anderem verließ der kommende Weltstar Kylian Mbappé den Klub – konnte Frankreichs Meister von 2017 den Vorjahreserfolg durchaus bestätigen: Die Monegassen landeten hinter Paris Saint-Germain auf Rang zwei. „Vorletzte Saison haben sie Manchester City ausgeschaltet und sind erst im Halbfinale gescheitert“, betont Favre.

Der FC Brügge ist Belgiens amtierender Meister. Zum 15. Mal holte die Mannschaft den Titel. In keinster Weise Ursache und doch das Symbol für die Finanzkrise von Borussia Dortmund aus dem Jahr 2004 ist der Klub aus der lediglich 118.000 Einwohner zählenden Stadt in Westflandern. Am letzten Spieltag der Saison 2002/2003 verspielte Borussia Dortmund durch ein 1:1 im Bundesliga-Heimspiel gegen Energie Cottbus – Latte, Pfosten, Abschlusspech – die Vizemeisterschaft, damit auch die Direktzulassung zur UEFA Champions League und musste in die K.o.-Spiele gegen den FC Brügge. Roman Weidenfeller wahrte mit etlichen Paraden im Hinspiel (1:2) die Chancen aufs Weiterkommen, Marcio Amoroso und Ewerthon erzwangen mit ihren Treffern im dramatischen Rückspiel Verlängerung und Elfmeterschießen, in dem Abwehrmann André
Bergdölmo und eben der eigentliche Erfolgsgarant Amoroso verschossen.

„Das ist eine spannende, insgesamt sportlich recht ausgeglichene Gruppe“, sagt Hans-Joachim Watzke: „Wir haben den Anspruch, in der Champions League zu überwintern und gehen mit viel Optimismus in diese Partien gegen starke Gegner!“ All diese Gegner haben ihren Reiz, ihre Geschichte und ihre Geschichten. Michael Zorc war bei all diesen früheren Begegnungen dabei. Als Spieler und in sportlich verantwortlicher Position: „Wir freuen uns sehr auf den Start in der Königsklasse!“

10./11. Juli: 1. Qualifikationsrunde, Hinspiel
17./18. Juli: 1. Qualifikationsrunde, Rückspiel
24./25. Juli: 2. Qualifikationsrunde, Hinspiel
31. Juli/1. August: 2. Qualifikationsrunde, Rückspiel
7./8. August: 3. Qualifikationsrunde, Hinspiel
14. August: 3. Qualifikationsrunde, Rückspiel
21./22. August: Play-off-Runde, Hinspiel
28./29. August: Play-off-Runde, Rückspiel

18./19. September: Gruppenphase, 1. Spieltag
2./3. Oktober: Gruppenphase, 2. Spieltag
23./24. Oktober: Gruppenphase, 3. Spieltag
6./7. November: Gruppenphase, 4. Spieltag
27./28. November: Gruppenphase, 5. Spieltag
11./12. Dezember: Gruppenphase, 6. Spieltag

12./13./19./20. Februar: Achtelfinale, Hinspiel
5./6./12./13. März: Achtelfinale, Rückspiel
9./10. April: Viertelfinale, Hinspiel
16./17. April: Viertelfinale, Rückspiel
30. April/1. Mai: Halbfinale, Hinspiel
7./8. Mai: Halbfinale, Rückspiel

Samstag, 1. Juni: Endspiel – Estadio Metropolitano, Madrid

Quelle: BVB.de / Bericht: Boris Ruppert

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