BVB International
Champions League 2018/2019

Achtelfinale Hinspiel : Tottenham - BVB 3:0 - Schwere Hypothek fürs Rückspiel

 

Achtelfinale

Borussia Dortmund hat eine einigermaßen ordentliche Ausgangsposition für das Rückspiel in drei Wochen deutlich verpasst: Im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League verlor der BVB mit 0:3 (0:0) bei Tottenham Hotspur.

Borussia hatte in einer ausgeglichenen ersten Hälfte die etwas besseren Chancen und ließ in diesem Abschnitt auch kaum etwas zu, kassierte jedoch 68 Sekunden nach Wiederanpfiff das 0:1 durch Son, kam selbst nicht mehr gefährlich zum Abschluss und musste in der Schlussphase durch Vertonghen (83.) und Llorente (86.) zwei ganz bittere Gegentore schlucken.

Ausgangslage: Als Sieger der Gruppe A durfte der BVB zunächst auswärts beim Zweiten der Gruppe B antreten. Tottenham zuvor noch kein Heimspiel in der K.-o.-Phase der UEFA Champions League gewonnen (bis dahin zwei Niederlagen, ein Remis).

Personalien: Nach gut zehnwöchiger Pause war Zagadou wieder dabei. Er ersetzte Weigl, der wegen eines Infekts fehlte. Außerdem waren Piszczek (Fuß) und Alcácer (Schulter) sowie Reus (Muskelfaserriss)und Akanji (Hüfte) nicht dabei. Gegenüber dem 3:3 am Samstag in der Liga gegen Hoffenheim gab es vier Änderungen: Toprak, Zagadou, Delaney und Pulisic ersetzten Piszczek, Weigl, Philipp und Guerreiro.

Taktik: Erstmals seit dem 31. August 2018 (0:0 in Hannover) trat der BVB in einer 4-3-3-Grundordnung an: mit Witsel auf der „Sechs“ sowie Dahoud und Delaney auf den Halbpositionen davor. Sancho, Götze (im Zentrum) und Pulisic bildeten den Angriff: Über die Außen sollte der Ball schnell nach vorne gespielt werden. In der Defensive setzte Favre durch die Hereinnahme von Toprak und Zagadou, die erstmals gemeinsam die Innenverteidigung bildeten, sowie durch das Verschieben von Diallo auf die linke Abwehrseite auf Robustheit und Kopfballstärke. Tottenham spielte in einem 3-5-2 mit Eriksen hinter den Spitzen Son und Moura.

Spielverlauf & Analyse: Konzentriert und taktisch sehr diszipliniert arbeiteten die Schwarzgelben gegen den Ball und ließen in der ersten Halbzeit kaum etwas zu: Mouras Direktabnahme, die knapp am rechten Pfosten vorbei ins Aus ging (7.), sowie Sons Dribbling über den linken Flügel, bei dem Bürki per Fußabwehr klären musste (36.), waren die beiden einzigen gefährlichen Aktionen vor dem Dortmunder Tor. Die Borussen hatten das Spiel recht gut in Griff und wurden in der 15. Minute das erste Mal gefährlich. Götze und Pulisic erzwangen gegen Foyth an der Strafraumlinie einen Ballverlust, Pulisic aber scheiterte mit seinem Schuss aus spitzem Winkel an Torwart Lloris, der in der 35. Minute große Probleme mit Delaneys Distanzschuss hatte, kurz vor der Pause aber stark gegen Zagadou parierte, als er dessen Kopfball (nach Sancho-Flanke) aus dem rechten Eck fischte (45.).

Die knapp 5.000 mitgereisten Schlachtenbummler konnten bis dahin zufrieden sein mit dem Auftritt ihrer Mannschaft, die sehr strukturiert spielte, beim ersten dicken Fehler in Halbzeit zwei aber gleich bestraft wurde: Hakimi verlor kurz nach Wiederanpfiff auf der rechten Seite den Ball, Vertonghen flankte nach innen, Zagadou kam nicht mehr heran, rechts neben ihm hatte sich Son in Position gebracht, die Kugel mit dem ausgestreckten Bein unhaltbar für Bürki im Netz platzierte (47.). Tottenham hatte rund um die 60. Minute eine starke Phase, kam da mit Wucht und Tempo. Zagadou klärte vor dem einschussbereiten Son (61.). Doch Schwarzgelb hatte das Geschehen dann zunächst wieder unter Kontrolle, konnte sich aber im Spiel nach vorne aber nicht entscheidend durchsetzen. In der Schlussphase musste der BVB noch zwei bittere Gegentore schlucken. Nachdem sich Delaney noch in letzter Sekunde in Mouras Schuss geworfen hatte (75.), passierte es acht Minuten später: Die Spurs eroberten im Mittelfeld den Ball, Aurier flankte aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum, wo der aufgerückte Vertonghen volley zum 2:0 traf. Und es kam noch dicker: Der kurz zuvor eingewechselte Llorente köpfte eine Ecke zum 3:0 ins Dortmunder Tor (86.).

Ausblick: Das Rückspiel wird am Dienstag, 5. März, um 21 Uhr in Dortmund angepfiffen. Zuvor stehen drei Spieltage in der Fußball-Bundesliga auf dem Programm: Für den BVB geht es dort am kommenden Montag beim 1. FC Nürnberg weiter.

Teams & Tore Tottenham Hotspur: Lloris – Foyth, Sanchez, Alderweireld – Aurier, Sissoko (90.+1 Wanyama), Winks, Vertonghen – Eriksen – Son (89. Lamela), Moura (84. Llorente)

Borussia Dortmund: Bürki – Hakimi, Toprak, Zagadou (77. Schmelzer), Diallo – Witsel – Dahoud, Delaney – Sancho (87. Guerreiro), Götze, Pulisic (87. Bruun Larsen) Bank: Gazzaniga, Trippier, Rose, Skipp – Hitz, Balerdi, Philipp, Wolf

Tore: 1:0 Son (47., Vertonghen), 2:0 Vertonghen (83., Aurier), 3:0 Llorente (86., Ecke Eriksen) Eckstöße: 6:1 (Halbzeit 1:1), Chancenverhältnis: 7:4 (2:3) Schiedsrichter: Lahoz (Spanien), Gelbe Karten: Aurier – Delaney Zuschauer: 71.214, Wetter: trocken, 7 Grad

Quelle: BVB.de / Bericht: Boris Ruppert

Gruppenphase 6. Spieltag Monaco - BVB 0:2

 

Monaco

Guerreiro schießt BVB zum Gruppensieg!

Borussia Dortmund hat das letzte Vorrundenspiel in der UEFA Champions League bei AS Monaco mit 2:0 (1:0) gewonnen und beendet die Gruppe A doch noch als Gruppensieger, da Atlético Madrid beim FC Brügge nicht über ein 0:0 hinauskam.

Borussia Dortmund agierte trotz zahlreicher Umstellungen hochüberlegen und ging in der 15. Minute durch ein Tor von Raphael Guerreiro verdient in Führung. Zwei Minuten vor dem Ende machte der Portugiese seinen zweiten Champions-League-Doppelpack unter den Augen von Frau und Kindern perfekt.

Ausgangslage: Seit dem 19. April 2017, seit dem 3:1 gegen Borussia Dortmund und damit seit 13 Spielen war AS Monaco ohne Sieg auf europäischer Ebene. Der BVB stand seit dem 0:0 am 5. Spieltag gegen den FC Brügge als Achtelfinal-Teilnehmer fest und lieferte sich ein Fernduell mit Atlético Madrid um den Gruppensieg.

Personalien: Lucien Favre musste auf die angeschlagenen oder verletzten Reus, Delaney, Piszczek, Zagadou und Bruun Larsen verzichten, außerdem fehlten Witsel (Belastungssteuerung) sowie Sancho (private Gründe). Der Cheftrainer änderte die Startelf gegenüber dem 2:1 im Derby beim FC Schalke 04 auf neun Positionen: Lediglich Hakimi und Diallo verblieben im Team. Im Tor kam Hitz zu seinem zweiten Pflichtspieleinsatz, Schmelzer feierte nach 76 Tagen Abstinenz sein Comeback. Götze führte die Mannschaft als Kapitän aufs Feld.

Taktik: Monaco startete in einer 4-1-4-1-Grundordnug und ging das Heimspiel sehr verhalten an. Die Mannschaft von Thierry Henry war vornehmlich darauf bedacht, die Pass- und Laufwege des Gegners zuzustellen. Bei Lucien Favres BVB waren zwar viele Namen neu, doch die Spieler konnten sich an einem taktischen Gerüst orientieren, dem seit nun fast drei Monaten durchgängig angewandten 4-2-3-1-System, in dem Götze wie zuletzt auch als „Neuner“ auflief. Philipp war meist hinter ihm postiert.

Spielverlauf & Analyse: Nach einem frühlingshaften Tag am Mittelmeer sorgten fast ausschließlich die 1.300 mitgereisten BVB-Anhänger für Stimmung im mit 8.700 Besuchern karg besetzten Stade Louis II. Nachdem Götze in der dritten Minute das gegnerische Tor noch knapp verfehlt hatte, durften sie nach einer Viertelstunde das erste Mal jubeln: Nach einer Kombination über die linke Seite legte Götze zurück an die Strafraumlinie. Mit dem Rücken zum Tor leitete Pulisic weiter in den Lauf von Philipp, der über rechts in den Strafraum eingedrungen war, perfekt quer legte für Guerreiro, der dann links am Fünfer keine Mühe hatte, den Ball über die Linie zu drücken und damit sein bereits drittes Tor im laufenden Wettbewerb zu erzielen. Kurz darauf wurde Philipps Schuss aus 16 Metern von Tielemanns noch zur Ecke abgeblockt.

Spätestens nach einer halben Stunde hätte Schwarzgelb, das alles im Griff hatte, nachlegen können. Nachdem Philipp einen Freistoß in die Mauer genagelt hatte, täuschte er zunächst einen zweiten Versuch an, lupfte stattdessen aber in den Lauf von Guerreiro, der von halbrechts quer legte, doch statt einer Kopie des ersten Treffers das 2:0 folgen zu lassen, bugsierte der bedrängte Diallo den Ball knapp am Ziel vorbei (33.). Monaco wurde in den ersten 45 Minuten nur einmal gefährlich, als Falcao aus der Distanz abziehen konnte (42.). Bezeichnend, dass sich Torwart Hitz in der Pause wieder warmschießen ließ.

Monaco kam etwas entschlossener aus der Kabine, hatte direkt nach Wiederbeginn eine gute Kopfballchance durch den bei einer Ecke aufgerückten Glik (47.), und Dortmund wirkte zunächst nicht mehr ganz so konzentriert, so energisch wie in den ersten 35/40 Minuten. Schmelzers Aufsetzer in der 63. Minute war der erste nennenswerte Abschluss in Durchgang zwei. Philipp wiederum hatte unmittelbar danach das 2:0 auf dem Fuß, jagte Hakimis Hereingabe jedoch über den Kasten (65.). Mit Blick nach Brügge: Borussia war zu diesem Zeitpunkt Tabellenführer. Eine Viertelstunde vor Schluss kam Wolf für Dahoud; Guerreiro rückte auf die Doppelsechs zu Weigl, während die Gastgeber längst umgestellt hatten auf ein 4-3-3. Auch Alcácer war nun im Spiel, und der Spanier hatte großen Anteil am zweiten Treffer. Zunächst hatte Schmelzer Pulisic auf dem linken Flügel geschickt, dessen Hereingabe leitete Alcácer weiter zu Guerreiro, der die Kugel humorlos zum 0:2 versenkte (88.).

Ausblick: Weiter geht es für den BVB am Samstag (18.30 Uhr) mit dem Bundesligaheimspiel gegen Werder Bremen. Es folgt ein weitere „englische Woche“ mit den Partien in Düsseldorf (Dienstag) und zuhause gegen Gladbach (Freitag, 21.12.).

Teams & Tore AS Monaco: Benaglio – Biancone (78. Serrano), Glik, B. Badiashile, Raggi – Ait Bennasser – Henrichs, Tielemans, Massengo (69. Thuram-Ulien), Diop – Falcao (64. Sylla)

Borussia Dortmund: Hitz – Hakimi, Toprak, Diallo, Schmelzer – Weigl, Dahoud (76. Wolf) – Pulisic, Philipp (79. Alcácer), Guerreiro (90.+2 Gómez) – Götze Bank: L. Badiashile, Barreca, Jemerson, Gouano – Bürki, Toljan, Akanji, Gómez, Wolf, Burnic

Tore: 0:1 Guerreiro (15., Philipp), 0:2 Guerreiro (88., Alcácer) Eckstöße: 5:5 (Halbzeit 1:3), Chancenverhältnis: 2:6 (1:4) Schiedsrichter: Pawson (England), Gelbe Karten: Falcao, Tielemans, Diop – Dahoud Zuschauer: 8.731, Wetter: trocken, 10 Grad

Quelle: BVB.de / Bericht: Boris Ruppert

Gruppenphase 5. Spieltag Brugge - BVB 0:0

 

Brugge

BVB mit 0:0 gegen Brügge im Achtelfinale.

Borussia Dortmund hat vorzeitig das Achtelfinale erreicht! Am 5. Spieltag der UEFA Champions League genügte dem BVB hierzu ein 0:0 gegen den FC Brügge. Den Gruppensieg hat die Mannschaft nun aber nicht mehr selbst in der Hand.

66.099 Zuschauer im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK sahen eine zähe Angelegenheit zwischen dem Bundesliga-Tabellenführer und dem Belgischen Meister, in dessen Hälfte sich zwar das Geschehen abspielte, der jedoch so gut wie keine Torchance zuließ.

Ausgangslage: Der BVB ging mit einer Serie von wettbewerbsübergreifend acht Heimsiegen und einem Remis in die Begegnung. Ein Punkt reichte zum vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale. Für die Gäste aus Belgien ging es um die letzte Chance: Nur bei einem Sieg in Dortmund waren sie nicht vorzeitig ausgeschieden. Allerdings hatten sie in Deutschland noch nie gewinnen können (drei Remis, neun Niederlagen).

Personalien: Bis auf Schmelzer war Schwarzgelb komplett. Erwartungsgemäß ließ Favre auf den offensiven Außenpositionen rotieren. Insgesamt nahm er gegenüber dem Ligaspiel in Main (2:1) fünf Veränderungen in der Startelf vor: Diallo, Dahoud, Pulisic, Guerreiro und Alcácer begannen anstelle von Hakimi, Delaney, Sancho, Bruun Larsen und Götze (alle Bank).

Taktik: Brügge begegnete dem schwarzgelben 4-2-3-1 sehr tief stehend in einer 4-4-2-Grundordnung. Zehn Feldspieler verdichteten bei Dortmunder Ballbesitz auf einem Korridor von nicht mehr als zehn Metern den Raum. Die Belgier lauerten allein auf die Chance, den schnellen Wesley mit Steilpässen einzusetzen.

Spielverlauf & Analyse: 80 Prozent Ballbesitz für den BVB in den ersten 20 Minuten, aber nicht genug Tempo bei der Spielverlagerung, so dass Brügges Abwehrwall genug Zeit blieb, sich auf die Ballseite zu verschieben. Nur einmal gelang es bis dahin, dieses Geflecht aufzureißen, als Akanji steil in den Strafraum spielte auf Reus, der prallen ließ für den freistehenden Pulisic. Doch der brachte bei seinem Linksschuss nicht genug Druck hinter den Ball – Horvath konnte parieren (10). Nach gut einer halben Stunde fing Akanji einen langen Ball aus der Abwehr der Gäste ab, köpfte in den Lauf von Reus, der plötzlich (fast) freie Bahn hatte, die Kugel aber haarscharf neben den linken Pfosten setzte. Auch nach der Pause agierte der BVB optisch weiterhin hoch überlegen, ohne aber Lösungen zu finden. Brenzlig wurde es im Strafraum des FC Brügge zunächst nur einmal, als Denswil Reus‘ Hereingabe am Fünfmeterraum vor dem einschussbereiten Pulisic klärte (48.). Auf der anderen Seite schoss Dennis nach einem Konter haarscharf am Tor vorbei (74.).

Ausblick:
Bereits in drei Tagen wird das nächste Heimspiel im SIGNAL IDUNA PARK angepfiffen: Am Samstag (15.30 Uhr) trifft der BVB in der Bundesliga auf den Sport-Club Freiburg.

Teams & Tore
Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Akanji, Zagadou, Diallo (80. Hakimi) – Dahoud, Witsel (90. Delaney) – Pulisic, Reus, Guerreiro (73. Sancho) – Alcácer

FC Brügge: Horvath – Mata, Poulain, Mechele, Denswil – Vormer (90.+2 Decarli), Amrabat, Nakamba, Dennis (76. Rits) – Wesley (90.+2 Openda), Vanaken Bank: Hitz, Götze, Philipp, Bruun Larsen – Letica, Mitrovic, Rezaei, Schrijvers Tore: keine Eckstöße: 5:1 (Halbzeit 4:1), Chancenverhältnis: 2:1 (2:0) Schiedsrichter: Mazeika (Litauen), Gelbe Karten: Alcácer – Dennis Zuschauer: 66.099 (ausverkauft), Wetter: nasskalt, 5 Grad

Quelle: BVB.de / Bericht: Boris Ruppert

Gruppenphase 4. Spieltag Atletico - BVB 2:0

 

Atletico

Entscheidung nach verdienter Niederlage vertagt.

Borussia Dortmund hat im 16. Pflichtspiel der Saison die erste Niederlage hinnehmen müssen, unterlag am 4. Spieltag der UEFA Champions League verdient mit 0:2 (0:1) bei Atlético Madrid, hat das Erreichen des Achtelfinales aber weiterhin selbst in der Hand und für den Fall der Fälle den „direkten Vergleich“ gewonnen.

Vor 61.023 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften, aber gut gefüllten Wanda Metropolitano ging Atlético in der 33. Minute mit der ersten ernsthaften Torchance im Spiel durch Sául Niguez in Führung, verdiente sich den Vorsprung jedoch in den folgenden Minuten bis zur Pause, in denen die Borussen kräftig durchgeschüttelt wurden. Zehn Minuten vor dem Ende traf Griezmann zum 2:0.

Ausgangslage: Borussia konnte schon mit einem Remis die vorzeitige Teilnahme am Achtelfinale, mit einem Sieg sogar den Gruppensieg perfekt machen. Allerdings gab es in der Historie nur einen Dortmunder Auswärtssieg auf spanischem Boden: im Oktober 1996 bei ... Atlético Madrid. Für die Los Rojiblancos war dies wiederum die letzte Heimpleite gegen einen Bundesligisten. Es folgten sechs Siege und zwei Unentschieden.

Personalien: Gegenüber dem 4:0-Erfolg im Hinspiel gab es vier Veränderungen in der schwarzgelben Startelf: Akanji, Toprak, Pulisic und Alcácer spielten anstelle von Zagadou (leicht angeschlagen auf der Bank), Diallo (Adduktorenzerrung), Bruun Larsen sowie Götze (beide Bank). Weiterhin fehlte Schmelzer (Knochenmarködem im Knie). Bei Atlético waren gegenüber dem Hinspiel die Innenverteidiger Godin und Hernandez sowie die offensiven Lemar, Koke und Diego Costa nicht dabei.

Taktik: Die Borussen brachten ihr 4-2-3-1 mit erneut umformierter Viererkette zunächst mit hoher Konzentration und Passsicherheit auf den Rasen. Gegen den Ball staffelten sie sich in einem 4-4-2 und guten Abständen zwischen den Mannschaftsteilen. Atlético agierte de facto in einem „4-4-1 plus Griezmann“. Der nominell als zweite Spitze aufgebotene Angreifer hatte einen sehr weiten Aktionsradius, wurde von den Borussen bis dahin aber gut übernommen.

Spielverlauf & Analyse: Es war ein ausgeglichenes Spiel in der ersten 30 Minuten. Der BVB verstand es, das Tempo herauszunehmen, selbst aber auch für Akzente vor dem gegnerischen Strafraum und damit für Respekt zu sorgen. Erstmals zupacken musste Bürki nach 21 Minuten bei Correas 20-Meter-Schuss, der aber keine Großchance darstellte. Atlético agierte robust, vor allem Hakimi als Leihspieler von Real Madrid bekam einiges „auf die Socken“. Nach 25 Minuten hatte Atlético schon fünf Foulspiele auf dem Konto, die Borussen keines.

Dann aber zogen die Los Rojiblancos mal das Tempo an: Vor dem Strafraum überließ Kalinic für Luiz Felipe, der über links in den Strafraum eindrang, quer legte auf Sául Niguez, dessen Schuss auch ohne Akanjis missglückten Klärungsversuch im Tor gelandet wäre (33.). Atlético agierte nun mit Selbstvertrauen, profitierte aber auch von einfachen Ballverlusten der Dortmunder. Bürki parierte Felipe Luiz‘ Schuss (40.) in einer nun kritischen Phase, auch gegen Griezmann (43.), und Sául verfehlte nach Griezmanns Zuspiel in bester Position das Ziel deutlich (41.). Glück auch, dass Piszczeks Rettungstat in der 43. Minute keinen Strafstoßpfiff nach sich zog. Nach wirklich gutem Beginn waren die Borussen mit dem aus ihrer Sicht knappen 0:1-Halbzeitstand gut bedient. 11:1 Torschüsse für die Gastgeber standen zu Buche, allerdings auch 67% Ballbesitz für den BVB, was belegt, dass diese erste Hälfte in zwei Etappen zu unterteilen war: in die ersten 30 Minuten und in die Viertelstunde bis zur Pause.

Nach knapp einer Stunde wechselte Favre das erste Mal: Guerreiro kam für Pulisic in eine Partie, die nun wieder der Anfangsphase glich: ausgeglichenes Duell – bis Correa das Außennetz traf (61.). Alcácers Flanke auf Guerreiro bedeutete in Minute 64 die bis dahin aussichtsreichste Chance für Schwarzgelb, doch der Kopfball des Portugiesen ging deutlich am Tor vorbei. Und dann fingen sie sich ein Kontergegentor: Nach abgefangenem Ball an der eigenen Strafraumlinie ging es über zwei Stationen zu Griezmann, der zum 2:0 traf (80.).

Ausblick: Zum Abschluss der „englischen Wochen“ trifft Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr) im ausverkauften Signal Iduna Park auf den FC Bayern München.

Teams & Tore
Atlético Madrid: Oblak – Juanfran, Giménez (46. Montero), Lucas, Filipe Luis – Correa, Thomas, Rodrigo, Sául Niguez – Griezmann, Kalinic (62. Martins)

Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Toprak, Akanji, Hakimi – Delaney, Witsel – Pulisic (59. Guerreiro), Reus, Sancho (79. Bruun Larsen) – Alcácer (75. Götze) Bank: Adan, Arias, Vitolo, Borja Garcés, Moya – Hitz, Zagadou, Dahoud, Weigl

Tore: 1:0 Sául Niguez (33., Felipe Luiz), 2:0 Griezmann (80., Thomas) Eckstöße: 6:4 (Halbzeit 4:1), Chancenverhältnis: 7:1 (5:0) Schiedsrichter: Orsato (Italien), Gelbe Karten: Correa – Sancho, Akanji, Reus Zuschauer: 61.023, Wetter: bedeckt, 9 Grad

Quelle: BVB.de / Bericht: Boris Ruppert

Gruppenphase 3. Spieltag BVB - Atletico 4:0

 

Atletico

Borussia Dortmund steht nach dem dritten Sieg im dritten Champions-League-Spiel mit einem Bein im Achtelfinale! Die Schwarzgelben ließen sich auf ihrem Siegeszug auch nicht von Atlético Madrid stoppen und feierten mit dem 4:0 (1:0)-Erfolg über Spaniens Vizemeister den wettbewerbsübergreifend sechsten Sieg in Serie.

66.099 Zuschauer im ausverkauften Signal Iduna Park sahen ein intensives, spannendes Spiel, in dem der BVB in der 38. Minute durch Witsel verdient in Führung ging, zu Beginn des zweiten Durchgangs gegen ein immer stärker werdendes Atlético ins Wanken geriet, in der 73. Minute aber durch Guerreiro das 2:0 und zehn Minuten später durch Sancho das 3:0 bejubelte. Vorbereitet wurden diese beiden Treffer vom überragenden Hakimi. Kurz vor Schluss markierte Guerreiro sogar noch das 4:0!

Ausgangslage: Zwölfter gegen Dritter – wenn man die Fünf-Jahres-Wertung der UEFA zugrunde legt. Beide Mannschaften waren mit Siegen gegen Brügge und Monaco in den Wettbewerb gestartet und führten die Tabelle mit jeweils sechs Punkten an. In den bisherigen direkten Duellen (1965/66 und 1996/97) kam der BVB zu zwei Siegen und einem Unentschieden bei einer Niederlage.

Personalien: Neben Schmelzer und Akanji fiel auch Alcácer verletzt aus. Gegenüber dem 4:0-Erfolg am Samstag in Stuttgart änderte Favre die Mannschaft auf zwei Positionen: Pulisic und Götze begannen anstelle von Sancho (Bank) und Alcácer.

Taktik: Es blieb beim 4-2-3-1 – und Reus auf der „10“. Götze sollte vorn als „falsche 9“ die Bälle festmachen, bot sich permanent als Anspielstation an. Gegen den Ball formierten sich die Schwarzgelben – ebenfalls wie gewohnt – in einem 4-4-2; dann mit Reus neben Götze. Der BVB war bemüht, mit schnellen, flachen Ballpassagen Lücken zu finden im 4-4-2 der Gäste, die die linke Seite häufig mit Filipe Luis, Koke und Stürmer Griezmann überluden.

Spielverlauf & Analyse: Taktisch und technisch war es von Beginn an ein Spiel auf Champions-League-Niveau. Der BVB agierte sehr ballsicher, kam vor allem über die linke Seite mit Bruun Larsen und Hakimi zu guten Offensiv-Ansätzen. Allerdings ließ Madrids Abwehr lange Zeit nichts anbrennen. So blieben in einem zwar intensiven und interessanten Spiel Torszenen zunächst Mangelware. Griezmann zeigte zwar, dass man ihn nie aus den Augen lassen darf – als das mal passierte, kam der Franzose sofort zum Abschluss (11.) –, aber ansonsten hatten die Borussen den Angriff der Madrilenen in der ersten Halbzeit komplett im Griff und setzten selbst Akzente. Witsels Distanzschuss war im Wortsinn ein erster Warnschuss (21.). Dann zog Hakimi mit Tempo von links nach innen, Sául klärte und legte zugleich unfreiwillig auf für Pulisic, der den Ball aus 13 Metern halbrechter Position knapp übers Tor schlenzte.

Dann die 38. Minute: Pulisic zog von rechts nach innen, Dahoud leitete weiter auf den linken Flügel zu Hakimi, der den freistehenden Witsel sah, zurückspielte zum Belgier, der noch ein paar Schritte nach innen zog, und von Lucas abgefälscht landete der Ball unhaltbar zum 1:0 im Netz. Kurz darauf hätte Zagadou nachlegen können, doch der Kopfball des jungen Franzosen nach einer Ecke verfehlte das Ziel haarscharf (42.). Mit einem verdienten 1:0, aber auch mit zwei verletzten Spielern (Delaney musste nach 35 Minuten runter – Dahoud kam –, Piszczek musste nach Lemars Tritt in die Augenpartie genäht werden) ging es in die Pause. Atlético kam mit viel Feuer aus der Kabine, schnürte die Borussen phasenweise in deren Hälfte ein, provozierte Ballverluste und kam zu Chancen. Die beste hatte Sául in der 52. Minute, als sein Schuss das Lattenkreuz traf. Dortmund kam zunächst kaum noch kontrolliert in die gegnerische Hälfte und somit auch nicht zu entlastenden Aktionen. Dann aber dribbelte sich Reus durch die gegnerischen Reihen, doch ehe er links im Strafraum am Fünfmetereck abziehen konnte, war Hakimi dazwischen und verhinderte unfreiwillig die Großchance (66.) – was für ein Missverständnis!

Mit der Hereinnahme von Guerreiro für Bruun Larsen hatte Favre kurz zuvor versucht, das Spiel zu stabilisieren. Der Schachzug ging auf. Und wie! In der 73. Minute leitete der Portugiese einen Angriff über Dahoud und Hakimi ein und war rechtzeitig in der Angriffsmitte, um die scharfe Hereingabe des Marokkaners zum 2:0 über die Linie zu drücken. Doch Atlético gab sich noch nicht geschlagen. Bürki lenkte mit einer Weltklasse-Parade den Schuss des eingewechselten Correa an den Pfosten (78.), Griezmanns Schuss ging ans Außennetz (80.). Kurz darauf führte ein Konter zur Entscheidung: Götze legte mit dem Außenrist in den Lauf des unaufhaltsamen Hakimi. Die Real-Leihgabe drang von links in den Strafraum ein und legte im richtigen Moment quer zu Joker Sancho, der zum 3:0 einschob (83.). Und es kam noch besser: Einen Fehlpass von Filipe Luis am eigenen Strafraum nutzte Guerreiro zu seinem zweiten Treffer des Abends (89.).

Ausblick: Am Samstag trifft der BVB in der Bundesliga auf Hertha BSC. Anstoß im Signal Iduna Park ist um 15.30 Uhr. Das Rückspiel beim Atlético Madrid wird am 6. November ausgetragen.

Teams & Tore
Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Diallo, Zagadou, Hakimi – Witsel, Delaney (35. Dahoud) – Pulisic (79. Sancho), Reus, Bruun Larsen (63. Guerreiro) – Götze

Atlético Madrid: Oblak – Juanfran, Godin, Hernandez, Filipe Luis – Lemar, Thomas (46. Rodrigo), Saul Niguez (70. Correa), Koke – Diego Costa, Griezmann Bank: Hitz, Philipp, Weigl, Toprak – Adan, Arias, Kalinic, Savic, Vitolo

Tore: 1:0 Witsel (38., Hakimi), 2:0 Guerreiro (73., Hakimi), 3:0 Sancho (83., Hakimi), 4:0 Guerreiro (89.) Eckstöße: 4:5 (Halbzeit 2:2), Chancenverhältnis: 7:4 (3:0) Schiedsrichter: Taylor (England), Gelbe Karten: Diallo, Zagadou – Thomas, Lemar, Filipe Luis, Diego Costa, Correa Zuschauer: 66.099 (ausverkauft), Wetter: trocken, 12 Grad

Quelle: BVB.de / Bericht: Boris Ruppert

Gruppenphase 2. Spieltag AS Monaco 3:0

 

AS Monaco

Bruun Larsen, Alcácer und Reus schießen Schwarzgelb zum Sieg.

Zweiter Sieg im zweiten Spiel! Mit einem 3:0 (0:0)-Erfolg über AS Monaco hat Borussia Dortmund am 2. Spieltag der UEFA Champions League einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale gemacht. Nach der Länderspielpause kommt es zu den direkten Duellen mit dem Topfavoriten der Gruppe A, Atlético Madrid.

66.099 Zuschauer im ausverkauften Signal Iduna Park sahen ein taktisch hervorragend eingestelltes Team von AS Monaco, das den Dortmunder Angriffsschwung nach zuvor elf Toren in den vergangenen zwei Spielen eine Halbzeit lang zu bremsen verstand. Doch der eingewechselte Bruun Larsen schoss den BVB in der 50. Minute in Führung, und nachdem er zuvor einen Elfmeter verschossen hatte (69.), erhöhte Alcácer in Minute 72 auf 2:0. Der BVB dominierte den zweiten Durchgang nach Belieben und fuhr einen hochverdienten 3:0-Sieg ein: In der Nachspielzeit traf Reus.

Ausgangslage: Zum zweiten Mal nach 2016 (UEFA Champions League, Viertelfinale, 2:3/1:3) trafen beide Klubs aufeinander. Während der BVB in wettbewerbsübergreifend acht Partien der laufenden Saison noch unbesiegt war (6 Siege, 2 Remis), hatte AS Monaco keine der letzten acht Begegnungen gewinnen können (drei Remis, fünf Niederlagen). Borussia Dortmund war mit einem 1:0 beim FC Brügge, AS Monaco mit einem 1:2 gegen Atlético Madrid in den Wettbewerb gestartet.

Personalien: Lucien Favre musste auf Pulisic (Faserriss) sowie Schmelzer und Kagawa (Knie- bzw. Sprunggelenk-Beschwerden) verzichten und nahm gegenüber dem 4:2 am Samstag in Leverkusen vier Wechsel vor: Piszczek, Sancho, Wolf und Alcácer begannen für Hakimi, Bruun Larsen und Philipp (alle Bank) sowie Pulisic (verletzt).

Taktik: Monaco begegnete dem Dortmunder 4-2-3-1 in einer 3-4-1-2-Grundordnung, die sich defensiv in ein 5-3-2 verschob, spielte gut geordnet mit engen Abständen zwischen den Ketten, aggressiv gegen den Ball, teilweise mit vier Akteuren im Gegenpressing.

Spielverlauf & Analyse: In den ersten Minuten hatte der Gegner Schwierigkeiten, den schwarzgelben Spielfluss zu unterbinden, stand dann aber schon früh sehr sicher in der Defensive und sorgte auch offensiv für Nadelstiche: Tielemanns‘ 20-Meter-Schuss war eine Herausforderung für Bürki, der die Kugel aus dem Winkel fischte (19.). Borussias Spiel litt an Ungenauigkeiten und zu wenig Tempo in den Aktionen. Wenn es schnell ging, wurde es prompt gefährlich: Wolf auf Delaney, der an der Strafraumlinie zurück zu Alcácer, der es mit einem Schlenzer versuchte: knapp vorbei (33.). Sechs Minuten später schoss Wolf aus 14 Metern aus der Drehung aufs Tor. Benaglio, der noch vor der Pause verletzt raus musste, parierte den zudem abgefälschten Ball glänzend. 60% Ballbesitz und eine Zweikampfquote von 65% sprachen zwar für den BVB, doch das Remis zur Pause ging vollauf in Ordnung: Monaco präsentierte sich so wie von Favre erwartet – stark!

Und wieder einmal wechselte Favre einen Torschützen ein: Wolf blieb in der Kabine, und nach einem tollen Zuspiel von Sancho durch die Schnittstelle der Abwehr nagelte Bruun Larsen die Kugel aus neun Metern ins Netz (50.). Jemerson hob das Abseits auf. Zuvor hatten Reus und Witsel den Ball am rechten Flügel erobert.

Nun lief es bei Schwarzgelb. Nach Piszczeks Hereingabe ließ Alcácer den Ball durch für Reus, der sofort abzog, das Tor jedoch um wenige Zentimeter verfehlte (62.). Sechs Minuten später machte es Alcácer noch „genauer“. Nach Weigls Zuspiel war Reus von Glik gefoult worden – Elfmeter. Der Spanier schnappte sich den Ball und schoss ihn knallhart an die Unterkante der Latte, von wo er zurücksprang ins Feld. Und wieder drei Zeigerumdrehungen später lupfte Sancho ein Weigl-Zuspiel übers Tor (71.).

Doch dann schlug Alcácer zu: Reus nahm einen Fehlpass der Monegassen auf, leitete direkt weiter zum Spanier, der Torwart Subasic sowie zwei Abwehrspieler aussteigen ließ und dann aus halblinker Position ins leere Gehäuse schoss (72.). In der Nachspielzeit traf Reus nach Bruun-Larsen-Vorarbeit zum 3:0-Endstand.

Ausblick: Nach der Länderspielpause folgen die direkten Duelle mit Atlético am 24. Oktober in Dortmund sowie am 6. November in Madrid. Vor der Pause steht noch das Bundesliga-Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg auf dem Spielplan.

Teams & Tore
Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Akanji, Zagadou, Diallo – Witsel, Delaney (65. Weigl) – Sancho (84. Philipp), Reus, Wolf (46. Bruun Larsen) – Alcácer

AS Monaco: Benaglio (45. Subasic) – Raggi, Glik, Jemerson – Sidibé, Tielemans, Aholou, Henrichs – Golovin (77. Chadli) – Falcao, Sylla (70. Grandsir) Bank: Hitz, Hakimi, Guerreiro, Dahoud – Barreca, N’Doram, Ait Bennasser, Diop

Tore: 1:0 Bruun Larsen (50., Sancho), 2:0 Alcácer (72., Reus), 3:0 Reus (90.+2, Bruun Larsen) Eckstöße: 3:1 (Halbzeit 3:1), Chancenverhältnis: 8:2 (2:1) Schiedsrichter: Kulbakov (Weißrussland), Gelbe Karten: keine Zuschauer: 66.099 (ausverkauft), Wetter: trocken, 10 Grad

Quelle: BVB.de / Bericht: Boris Ruppert

Gruppenphase 1. Spieltag Club Brügge-BVB 0:1

 

Club Brugge

Borussia Dortmund ist mit einem Auswärtssieg in die UEFA Champions League gestartet: Der BVB setzte sich beim belgischen Meister FC Brügge durch ein Tor von Geburtstagskind Christian Pulisic (20) mit 1:0 (0:0) durch.

Vor 25.181 Zuschauern im nicht ausverkauften Jan-Breydel-Stadion war Borussia bis auf eine Phase Mitte der ersten Halbzeit zwar dominant, aber kaum torgefährlich. Die klaren Möglichkeiten lagen lange eindeutig auf Seiten der Gastgeber, auch wenn sie sich in Durchgang zwei weitgehend in der Defensive beschäftigt sahen. Und wieder hatte Favre bei seinem Wechseln ein glückliches Händchen: Pulisic erzielte in der 85. Minute mit großer Unterstützung des Gegners den Siegtreffer.

Ausgangslage: Nach 1987 und 2003 war es das dritte Gastspiel für den BVB in Brügge, und es sollte möglichst der erste Sieg her. „Sie haben die besten Fußballer in Belgien“, äußerte Landsmann Axel Witsel vor der Begegnung: „Aber mit unserer Qualität und diesen Spielern sollten wir am Dienstag gewinnen.“ Brügge trat mit einer Serie von zehn sieglosen Partien in der UEFA Champions League an; der BVB hoffte auf den ersten Auswärtssieg seit sechs Partien.

Personalien: Trainer Lucien Favre musste ohne Delaney (Kniebeschwerden), Alcácer (musk. Probleme),Toprak (Faserriss) sowie Guerreiro (muskuläre Probleme) auskommen und änderte die Startelf gegenüber dem Freitagspiel in der Bundesliga gegen Frankfurt (3:1) auf vier Positionen. Weigl, Witsel, Götze und Sancho kamen für Delaney, Dahoud, Bruun Larsen und Philipp.

Taktik: Wie zuletzt in der Liga gegen Frankfurt spielte der BVB in einer 4-2-3-1-Grundordnung, diesmal mit Weigl und Witsel auf der Doppelsechs. Götze – als zentraler Mann der offensiven Dreierreihe – und der nominell in der Spitze aufgebotene Reus tauschten mehrfach die Rollen. Brügge trat in einem sehr variabel umgesetzten 3-5-2 an mit zwei offensiven Mittelfeldspielern (Vanaken, Vormer) hinter zwei Spitzen. Zudem schalteten sich die Außen Danjuma auf der linken sowie Vlientinck auf der rechten Seite häufig mit ins Angriffsspiel ein. Gegen den Ball war es meist ein 4-4-2 bei den Gastgebern: Während Vlientinck den Abwehrverband zu einer Viererkette erweiterte, war sein Pendant Danjuma eine Reihe davor postiert.

Spielverlauf & Analyse: Borussia wäre nach 13 Sekunden fast der Führungstreffer geglückt: Nachdem Reus einen ungenauen Ball des Torwarts erzwungen hatte, verfehlte Wolf aus 25 Metern das fast leere Tor. Brügge agierte zunächst abwartend, erhöhte ab der 20. Minute die Schlagzahl, was sofort zu Chancen führte: Reus klärte vor dem eigenen Tor Vossens Schuss, anschließend parierte Bürki gegen Danjuma (23.), strich ein weiterer Distanzschuss (Vormer, 24.) nur knapp vorbei. Immerhin steigerte sich Borussia umgehend, kontrollierte in der Folge wieder das Geschehen. Doch bei Denswils Kracher aus der zweiten Reihe fehlte abermals nicht viel (39.). Das 0:0 zur Pause war aus Dortmunder Sicht ein gutes Ergebnis, auch wenn Diallo nach einer halben Stunde nach Piszczeks Kopfballverlängerung nur haarscharf das 0:1 verpasst hatte und Schmelzer eine Flanke von Akanji knapp am Tor vorbeiköpfte (45.).

Viel mehr Struktur in Halbzeit zwei Borussia spielte nach dem Wechsel zwar strukturierter, ließ aber rund um den Strafraum weiterhin Passschärfe und -präzision vermissen, brachte sich defensiv zudem zweimal unnötig in Bedrängnis. Favre reagierte nach einer Stunde zunächst mit der Hereinnahme von Kagawa für Götze, was ebenso positionsgetreu war, wie der Tausch Pulisic/Sancho (69.). Von Brügge kam in dieser Phase offensiv gar nichts mehr, hielt aber hinten die Reihen geschlossen. Piszczek setzte in der 80. Minute Schmelzers Hereingabe knapp am rechten Pfosten vorbei, auf der anderen Seite lief Openda nach einem Fehlpass der Borussen im Aufbau allein auf Bürki zu – der Schweizer parierte stark (83.)!

Im Gegenzug spielte der ebenfalls eingewechselte Dahoud einen Ball in den Strafraum. Mitrovic schoss beim Klärungsversuch Pulisic an, von dessen Bein der Ball zum 0:1 ins Tor sprang! Damit bereitete sich der US-Boy sein schönstes Geburtstagsgeschenk. In der dreiminütigen Nachspielzeit wurde Dahouds Schuss gerade noch zur Ecke abgeblockt (90.+2).

Ausblick: Nächster Gegner in der UEFA Champions League ist am 3. Oktober AS Monaco. In der Bundesliga tritt der BVB am Samstag (15.30 Uhr) bei der TSG Hoffenheim an.

Teams & Tore
FC Brügge: Letica – Poulain, Mitrovic, Denswil – Vlientick (56. Cools), Rits, Danjuma (76. Dennis) – Vormer, Vanaken – Wesley, Vossen (82. Openda)

Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Akanji, Diallo, Schmelzer – Weigl (84. Dahoud), Witsel – Wolf, Götze (62. Kagawa), Sancho (69. Pulisic) – Reus Bank: Horvath, Amrabat, Schrijvers, Mechele – Hitz, Zagadou, Hakimi, Philipp

Tor: 0:1 Pulisic (85., Dahoud) Eckstöße: 4:6 (Halbzeit 3:4), Chancenverhältnis: 5:4 (4:2) Schiedsrichter: Makkelie (Niederlande), Gelbe Karten: – Weigl, Kagawa Zuschauer: etwa 28.500, Wetter: trocken, 19 Grad

Quelle: BVB.de / Bericht: Boris Ruppert

Road to Madrid

 

Die Gruppe A der UEFA Champions League 2018/19 ist für Borussia Dortmund ein Rendezvous mit der eigenen Geschichte. Rein sportlich betrachtet ist es eine ausgewogene, ambitionierte Gruppe.

Atlético Madrid ist auf den ersten Blick der stärkste der drei Gegner. Der UEFA-Koeffizient weist dies mit 140 Punkten aus. Allein Titelverteidiger und Borussia Dortmunds Dauerrivale in der Königsklasse, Real Madrid, ist höher eingestuft im Ranking (162 Punkte) der 32 Teilnehmer an der Gruppenphase. Insgesamt zehn Mal Spanischer Meister (zuletzt 2014) und unter Trainer Diego Simeone zu einem absoluten Top-Team gereift: 2018 gewann die Mannschaft die UEFA Europa League und zudem – als ausdrucksvolles Zeichen der Stärke – den europäischen Supercup gegen den amtierenden Champions-League-Sieger Real Madrid. „Atlético ist eine sehr erfahrene und gut organisierte Mannschaft“, sagt BVB-Trainer Lucien Favre über Spaniens Vizemeister, der 2014 und 2016 im Champions-League-Finale stand (und beide Male auf dramatische Weise gegen Real verlor).

Borussia Dortmund hat gute Erinnerungen an Atlético Madrid. Sowohl 1965/66 als auch 1996/97 waren die Spanier eine Station auf dem Weg zu den beiden Europapokalsiegen. Am 2. März 1966 konnte der BVB als erster deutscher Klub Atlético im internationalen Wettbewerb eine Niederlage beibringen: Am 1. März 1966 siegte er durch ein Tor von Lothar Emmerich mit 1:0 (und gewann später gegen den FC Liverpool den Europapokal der Pokalsieger). Am 16. Oktober 1996 erzielte Stefan Reuter in der Gruppenphase der UEFA Champions League für eine stark ersatzgeschwächte Borussia den 1:0-Siegtreffer im Estadio Vicente Calderon. Am Ende jener Reise stand der 3:1-Triumph über Juventus Turin im Champions-League-Finale 1997.

Die Duelle mit AS Monaco, Frankreichs Vizemeister, sind noch in frischer Erinnerung. Im Frühjahr 2017 schied Borussia Dortmund unter sehr unglücklichen Umständen nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus im Viertelfinale der UEFA Champions aus. Dass diese beiden Begegnungen dem BVB die Niederlagen sieben und acht gegen einen Kontrahenten aus der Ligue 1 bescherten (bei 7 Siegen und 5 Unentschieden) ist nur von statistischer Relevanz. Trotz personellen Aderlasses – unter anderem verließ der kommende Weltstar Kylian Mbappé den Klub – konnte Frankreichs Meister von 2017 den Vorjahreserfolg durchaus bestätigen: Die Monegassen landeten hinter Paris Saint-Germain auf Rang zwei. „Vorletzte Saison haben sie Manchester City ausgeschaltet und sind erst im Halbfinale gescheitert“, betont Favre.

Der FC Brügge ist Belgiens amtierender Meister. Zum 15. Mal holte die Mannschaft den Titel. In keinster Weise Ursache und doch das Symbol für die Finanzkrise von Borussia Dortmund aus dem Jahr 2004 ist der Klub aus der lediglich 118.000 Einwohner zählenden Stadt in Westflandern. Am letzten Spieltag der Saison 2002/2003 verspielte Borussia Dortmund durch ein 1:1 im Bundesliga-Heimspiel gegen Energie Cottbus – Latte, Pfosten, Abschlusspech – die Vizemeisterschaft, damit auch die Direktzulassung zur UEFA Champions League und musste in die K.o.-Spiele gegen den FC Brügge. Roman Weidenfeller wahrte mit etlichen Paraden im Hinspiel (1:2) die Chancen aufs Weiterkommen, Marcio Amoroso und Ewerthon erzwangen mit ihren Treffern im dramatischen Rückspiel Verlängerung und Elfmeterschießen, in dem Abwehrmann André
Bergdölmo und eben der eigentliche Erfolgsgarant Amoroso verschossen.

„Das ist eine spannende, insgesamt sportlich recht ausgeglichene Gruppe“, sagt Hans-Joachim Watzke: „Wir haben den Anspruch, in der Champions League zu überwintern und gehen mit viel Optimismus in diese Partien gegen starke Gegner!“ All diese Gegner haben ihren Reiz, ihre Geschichte und ihre Geschichten. Michael Zorc war bei all diesen früheren Begegnungen dabei. Als Spieler und in sportlich verantwortlicher Position: „Wir freuen uns sehr auf den Start in der Königsklasse!“

10./11. Juli: 1. Qualifikationsrunde, Hinspiel
17./18. Juli: 1. Qualifikationsrunde, Rückspiel
24./25. Juli: 2. Qualifikationsrunde, Hinspiel
31. Juli/1. August: 2. Qualifikationsrunde, Rückspiel
7./8. August: 3. Qualifikationsrunde, Hinspiel
14. August: 3. Qualifikationsrunde, Rückspiel
21./22. August: Play-off-Runde, Hinspiel
28./29. August: Play-off-Runde, Rückspiel

18./19. September: Gruppenphase, 1. Spieltag
2./3. Oktober: Gruppenphase, 2. Spieltag
23./24. Oktober: Gruppenphase, 3. Spieltag
6./7. November: Gruppenphase, 4. Spieltag
27./28. November: Gruppenphase, 5. Spieltag
11./12. Dezember: Gruppenphase, 6. Spieltag

12./13./19./20. Februar: Achtelfinale, Hinspiel
5./6./12./13. März: Achtelfinale, Rückspiel
9./10. April: Viertelfinale, Hinspiel
16./17. April: Viertelfinale, Rückspiel
30. April/1. Mai: Halbfinale, Hinspiel
7./8. Mai: Halbfinale, Rückspiel

Samstag, 1. Juni: Endspiel – Estadio Metropolitano, Madrid

Quelle: BVB.de / Bericht: Boris Ruppert

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